#31 – Sophie Keiten (05/2018)

Formen und Funktionen von „keine Ahnung“ im Gespräch

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Nominalphrase keine Ahnung. Anders, als es auf den ersten Blick scheinen mag, wird die Phrase nicht nur als Responsiv gebraucht, sondern ist in ihrer Verwendung vielfältiger und von bedeutsamer interaktiver Relevanz. Als rekurrentes Phänomen der gesprochenen Alltagskommunikation wird keine Ahnung in verschiedenen Verwendungsweisen und -kontexten gebraucht und ist durch unterschiedliche Funktionen gekennzeichnet.
Der vorliegende Beitrag verfolgt das Ziel, diese Polyfunktionalität und Formenvielfalt der Nominalphrase keine Ahnung aufzuzeigen. Die Basis der empirischen Analyse bildet die Forschungsperspektive der Interaktionalen Linguistik, die die soziale Interaktion als Bezugspunkt festsetzt. Als formale Kriterien werden zum einen die zeitliche Orientierung und zum anderen die Position der Phrase in der TCU bzw. ihre TCU-Wertigkeit angelegt. Die Analysen machen deutlich, dass verschiedene Formen von keine Ahnung mit spezifischen interaktiven Leistungen einhergehen. Das Funktionsspektrum reicht vom epistemischen Marker, der durch den epistemic stance (Nicht-)Wissen anzeigt, über die pragmatische Ebene bis hin zur metapragmatischen Verwendung als Diskursmarker. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass keine Ahnung in der Alltagskommunikation eine hochrelevante interaktive Ressource ist.

Schlagworte: Interaktionale Linguistik, Gesprächsanalyse, Diskursmarker, epistemic stance, pragmatischer Marker

#30 – Robin Schneider (04/2018)

Formen und Funktionen von jaja in der gesprochenen Sprache

Der vorliegende Beitrag beschreibt das Formenspektrum der Doppelpartikel jaja im gesprochenen Deutsch auf syntaktischer und sequenzieller Ebene sowie ihre jeweilige Funktion. In ihrer Forschung zeigen Fagyal und Golato (2006, 2008) den Unterschied zwischen zwei Formen dieser Doppelpartikel auf, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Barth-Weingarten (2011) erweitert diese um weitere vier Formen, weist aber darauf hin, dass es noch weitere geben könnte. Ziel dieses Beitrages ist es, die bisherige Forschung zur Verwendung von jaja in der gesprochenen Sprache zu ergänzen. Die Datenanalyse erfolgt auf Basis von Daten des Korpus „Multimodale Interaktion“ (KoMI) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) und des „Forschungs- u. Lehrkorpus für gesprochenes Deutsch“ (FOLK) des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim. In diesem Beitrag wird die Frage beantwortet, welche der von Fagyal, Golato und Barth-Weingarten beschriebenen responsiven Formen dort auftreten und ob sich noch bisher unbeschriebene Formen der Doppelpartikel jaja identifizieren lassen.

Schlagworte: Wiederholung, Partikeln, JAJA, Gesprächsanalyse, formelle und informelle Gespräche